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Limes |
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Eine neue Abteilung wurde 1999 für die Zeugnisse der römischen Vergangenheit eröffnet. Der Limes, die einstige Grenze des römischen Weltreichs, durchzieht wie ein roter Faden unseren schwäbisch-fränkischen Wald. In seiner Bautechnik und Größe ist er sicher ein Weltkulturdenkmal. Die einstige Grenzsiedlung "vicus murrensis" - Murrhardt, ein Dorf mit Kastellen, Tempelanlagen und Gutshöfen - hat interessante Spuren hinterlassen, die in der kürzlich neueröffneten Abteilung zusammengetragen wurden. Zahlreiche Denkmäler, Inschriftensteine und Altäre sowie Kleinfunde, besonders aber die Rekonstruktion eines Jupiterdenkmals, geben einen Einblick in das Leben unserer Vorfahren. |
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Der Rundgang beginnt mit einer Themenvitrine zum Limes (Grenzwall). Neben Karten und Modellen, die die einstige Funktion des Limes verdeutlichen, werden zahlreiche Kleinfunde von den Wachtürmen gezeigt. Diese Wachtürme sind systematisch archäologisch erforscht, und größtenteils ist das erhaltene Mauerwerk konserviert. |
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Eine weitere Vitrine veranschaulicht das einstige Kastell der XXIIII. Kohorte, am Riesberg gelegen. Zahlreiche Funde wurden vor über 100 Jahren durch den Altertumsverein für den Murrgau entdeckt, so z. B. zwei bedeutende Inschriftensteine (Denkmalsockel) für Kaiser und Kaiserin. Speziell wurde das Hauptgebäude (Prinzipia) ausgegraben. Kleinfunde geben ein Zeugnis vom damaligen Leben. |
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Eine Besonderheit sind die "Murrhardter Bronzefunde". Ein Schwert einer lebensgroßen Kaiserstatue zeugt vom hohen handwerklichen Können, ebenso zwei Spitzen von Feldzeichen (vexillum). Eine kleine Bronzeeule, wohl ehemals ebenso an einem Feldzeichen angebracht, ist eine Rekonstruktion. |
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Diese Themenvitrine gilt der Religion und dem einstigen Tempelberg (heute Walterichskirche). Bei den Ausgrabungen wurden neben Resten des römischen Friedhofs und einiger Grabdenkmäler vor allem die Teile der einstigen Jupitersäule aufgefunden. Ein Weihealtar für Mithras sowie eine Apollostatue stammen ebenso aus dem Umkreis dieser Tempelanlage. Ein weiterer Tempel befand sich am Platz der heutigen Stadtkirche. |
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Die Rekonstruktion der Jupitersäule (Sockelpartie) steht beherrschend in der Raummitte der Abteilung. 1963 wurden zahlreiche Bruchstücke entdeckt. Das Grab St. Walterichs war ganz daraus errichtet. Weitere Teile wurden z. B als Mauersteine weiterverwendet. Bedeutend ist vor allem das Motiv mit der kapitolinischen Wölfin, Romulus und Remus (Gründungssage Roms), ein bisher in Deutschland einmaliger Fund. Die Bruchstücke wurden wie ein großes Puzzle wieder zusammengefügt und ergänzt. Ergebnis ist ein imposantes Zeugnis der Religion und Kultur direkt am Limes. Die Säule (Denkmal) war bis zu 12 Meter hoch, mit weiteren Motivsteinen (Wochengötterstein), einem Kapitell mit den vier Jahreszeiten und als krönender Abschluß eine Jupiterfigur. |
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Die drei weiteren Seiten des Denkmals stellen jeweils wichtige Gottheiten dar. So den Herkules mit dem Löwen (Sohn des Jupiter), den Merkur (Gott der Nachrichtenübermittlung, "Götterbote") und den Sucellus bzw. Silvanus (Wald- und Hirtengott). Die Darstellungen sind sicher nicht zufällig ausgewählt, denn das Denkmal wurde nach dem Alemannen-Einfall im Jahr 233 errichtet. So kann man z. B. Herkules auch als siegreichen Bezwinger des Feindes, der Alamannen, verstehen. |
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Die Sammlung der Grabsteine bzw. Gedenksteine gibt mit ihren Inschriften wertvolle Informationen über die einstigen Bewohner unseres "vicus murrensis" . Eine Besonderheit, die wir nicht verschweigen wollen: Leider sind nur noch Abgüsse erhalten, die Originale wurden im Lauf der Geschichte zerstört - Schicksal mit einem Quentchen Glück. |
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Abschließend kann man noch einen Blick auf weitere Reste, speziell aber einen Weihealtar richten. Dieser, dem Sonnengott Mithras geweihte Stein erzählt uns die Geschichte eines "echten Römers" an der Murr, dem Tribun "Julius Florus aus der Tribus der Horatier". Karten zeigen die Ausdehnung des einstigen römischen Weltreichs und den Verlauf der Grenzbefestigungen. |
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Hinweis: Eine Abteilung zur Vor- und Frühgeschichte
- von der steinzeitlichen Besiedlung bis hin zu den Kelten - ist im Aufbau.
Besondere Funde, so z. B. der Rest eines Einbaums und Werkzeuge (Stein) sind
im Magazin einglagert. Weitere Informationen zu
diesem Themenbereich finden Sie unter:
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