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Klostergeschichte

Die klostergeschichtliche Abteilung (Lapidarium) zeigt umfassende Zeugnisse vom 6.Jhdt. bis ins 18.Jhdt. Den Rahmen für das Lapidarium bilden die wertvollen Architektur-Originalteile der St.Walterichskapelle (Spätromanik).

 

Die Rekonstruktion eines Kreuzgangteils aus Originalteilen sowie die Wallfahrtspforte der Walterichskirche sind weitere baugeschichtliche Zeugnisse. Zahlreiche Ausgrabungsfunde, Urkunden, Bücher und Gebrauchsgegenstände in den Vitrinen, vermitteln einen faszinierenden Rundgang durch eine "lebhafte" Vergangenheit.

Blick in die Ausstellung, mit staufischen Architekturteilen der Walterichskapelle
Murrhardter Silberpfennig mit dem Antlitz Walterichs, 12.Jh.
Siegel eines Murrhardter Abtes

Das ehemalige Benediktinerkloster St. Januarius ist die Keimzelle der Stadt. Bereits im 8. Jh. als Eigenkloster des Bischofs Burkhard von Würzburg gegründet , bestimmte diese Einrichtung 1000 Jahre lang die Geschichte Murrhardts. Unter dem fränkischen König Pippin und dem Missionar Pirmin wurde in Murrhardt eine frühe Kirche errichtet. Der Heilige Walterich ( zuvor in Neustadt am Main ) gilt als "Vater" der Abtei, die sich bis ins 16. Jh. (Reformation) entwickelte.

 

Die Ergebnisse der Ausgrabungen von 1963 und 1973 werden vorgestellt. Die Karolinger setzten sich besonders für das Kloster ein. Ludwig der Fromme (Sohn Karls des Großen) gilt als Stifter der Abtei. Unter dem Kaisergeschlecht der Salier erlebte die Abtei neuen Aufschwung. Eine größere Kirche, zahlreiche Stiftungen, so auch von Irene von Byzanz, aber vor allem der "Murrhardter Schatzfund" bezeugen die besondere Stellung der Abtei und des Ortes. Die Zeit der Staufer hinterließ in Murrhardt Bauwerke mit sehr hochwertiger Architektur.

 

Die St. Walterichskapelle ist das herausragendste Beispiel. Einst von Kaiser Friedrich II. gestiftet und um 1225 gebaut, kamen die Originalteile 1971 in das Museum. Die Steine wurden fachgerecht restauriert und wieder aufgebaut.

Rekonstruktion des Kreuzgangs
Elfenbeinstatuette St.Walterich, Werkstatt Kern, um 1640.

1288 erhielt Murrhardt unter den Grafen von Löwenstein die Stadtrechte. Die Bevölkerung hatte einen niedrigen Lebensstandard. Neben der Landwirtschaft und dem Kleinhandwerk entwickelten sich um Murrhardt herum später zahlreiche Glashütten aus denen Ortschaften entstanden. Wunderschönes Waldglas wurde hier hergestellt.

 

1388 wurde Murrhardt württembergisch, das Kloster wurde im 16. Jh. reformiert. Der 30jährige Krieg ermöglichte für das Kloster nochmal ein kurzes Zeitfenster benediktinischer Tradition.

 

Eine der bedeutendsten Persönlichkeiten dieser Zeit war der Prior Adam Adami - Diplomat bei den Friedensverhandlungen 1648 in Münster. Als späterer Bischof von Hildesheim hatte er seine Aufzeichnungen über den "westfälischen Frieden" veröffentlicht. Murrhardt wurde nach 1648 evangelische Abtei mit einem Prälaten - ein in Württemberg nicht unübliches Kuriosum.

 

Die hölzernen Abtstäbe der Prälaten wurden 1973 bei der Ausgrabung gefunden und restauriert. Weitere bekannte Äbte entstammen den Familien Hochstetter, Pregizer und Haselmaier. Die Familie Hölderlin war mehrere Generationen als Klostergutverwalter tätig, so hatte auch Friedrich Hölderlin einen Bezug nach Murrhardt.

1765 fegte ein verheerender Stadtbrand Murrhardt weg - ein Neubeginn unter Herzog Carl Eugen prägt die Stadt bis heute.

 

Der berühmteste evangelische Prälat war Friedrich Christoph Oetinger . In seiner Amtszeit war das Kloster wieder eine Zelle geistiger und philosophischer Arbeit und ein Zentrum der Theologie in Württemberg, aber auch Zeit des wirtschaftlichen Aufbruchs. Oetinger investierte zusammen mit Kaspar Schiller, dem Vater des Dichterfürsten, große Summen in den Bergbau. Der letzte in Murrhardt amtierende Prälat war J.Friedrich Schelling , der Vater des Philosophen Friedrich Wilhelm von Schelling der hier 1803 seine Frau Caroline ehelichte. Damit schließt der Rundgang durch 1800 Jahre Klostergeschichte.

Spätgotische Madonna aus dem Teilort Fornsbach

Führungen zu den Kirchen und Kapellen, dem ehemaligen Kloster, dem geschnitzten Ölberg (Passionsretabel) und zur Stadtgeschichte bieten wir an. Besonders empfehlenswert sind die Erlebnisführungen. Regelmäßige Führungen und Veranstaltungen zu stadtgeschichtlichen Themen entnehmen Sie bitte dem Veranstaltungskalender.

Kontakt:

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