Rufen Sie uns an: 07192 5402
Rufen Sie uns an: 07192 5402

Klostergeschichte

Die klostergeschichtliche Abteilung (Lapidarium) zeigt umfassende Zeugnisse vom 6.Jhdt. bis ins 17.Jhdt. Die Abteilung vermittelt mit Exponaten, Modellen und Plänen ein umfassendes Bild der ehemaligen Benediktinerabtei Murrhardt. Den Rahmen für das Lapidarium bilden die wertvollen Architektur-Originalteile der St.Walterichskapelle (Spätromanik).

Blick in die Ausstellung, mit staufischen Architekturteilen der Walterichskapelle
Wiederaufgebautes Portal der St. Walterichskapelle aus den 1971 abgebauten Originalen, die am Gebäude durch Kopien ersetzt wurden.

Die St. Walterichskapelle ist das herausragendste Beispiel. Einst von Kaiser Friedrich II. gestiftet und um 1225 gebaut, kamen die Originalteile 1971 in das Museum. Die Steine wurden fachgerecht restauriert und wieder aufgebaut. Diese Originale sind im Dekmalbuch Baden-Württemberg eingetragen. Kunstgeschichtlich eingeordnet, gehören die originalen Bauteile zum Besten der deutschen Spätromanik.

Rekonstruktion des Kreuzgangs mit originalen Säulen und Kapitellen.
Rekonstruktion der Wallfahrstspforte der St.Walterichskirche

Die Rekonstruktion eines Kreuzgangteils aus Originalteilen sowie die Wallfahrtspforte der Walterichskirche sind weitere baugeschichtliche Zeugnisse. Zahlreiche Ausgrabungsfunde, Urkunden, Bücher und Gebrauchsgegenstände in den Vitrinen, vermitteln einen faszinierenden Rundgang durch eine "lebhafte" Vergangenheit.

 

Die Christianisierung des Murrtales und des Schwäbisch-Fränkischen Waldes beginnt mit der Mission des nach Bayern durchziehenden Wanderbischofs Rupertus, der von Worms nach Salzburg, hier an der fränkischen Grenze um 690 eine Mission einrichtete. Archäologische, wie schriftliche Quellen legen diesen Schluss nahe. Zumal Rupertus auch aus dem den Waltrichen nahestehenden Familienverband der Robertiner stammt.

 

Das ehemalige Benediktinerkloster St. Januarius ist die Keimzelle der Stadt. Bereits im 8. Jh. als Eigenkloster des Bischofs Burkard von Würzburg gegründet , bestimmte diese Einrichtung 1000 Jahre lang die Geschichte Murrhardts. Unter dem fränkischen König Pippin und dem Missionar Pirmin wurde in Murrhardt eine frühe Kirche errichtet. Der Heilige Walterich ( zuvor in Neustadt am Main ) aus dem fränkischen Familienverband der Waltriche gilt als "Vater" der Abtei, die sich bis ins 16. Jh. (Reformation) entwickelte.

 

Die Ergebnisse der Ausgrabungen von 1963 und 1973 werden vorgestellt. Die Karolinger setzten sich besonders für das Kloster ein. Ludwig der Fromme (Sohn Karls des Großen) gilt als Stifter der Abtei. Unter dem Kaisergeschlecht der Salier erlebte die Abtei neuen Aufschwung. Eine größere Kirche, zahlreiche Stiftungen, so auch von Irene von Byzanz, aber vor allem der "Murrhardter Schatzfund" bezeugen die besondere Stellung der Abtei und des Ortes. Die Zeit der Staufer hinterließ in Murrhardt Bauwerke mit sehr hochwertiger Architektur.

Murrhardter Silberpfennig mit dem Antlitz Walterichs, 12.Jh.
Siegel eines Murrhardter Abtes
Das Murrhardter Kloster wurde im Ungarnsturm 950 zerstört und um 1020 neu aufgebaut.

1288 erhielt Murrhardt unter den Grafen von Löwenstein die Stadtrechte. Stadtgründer ist der aus habsburgischer Linie stammende Graf Albrecht von Schenkenberg-Löwenstein, der in der Klosterkirche bestattet wurde. Die Bevölkerung hatte einen niedrigen Lebensstandard. Neben der Landwirtschaft und dem Kleinhandwerk entwickelten sich um Murrhardt herum später zahlreiche Glashütten aus denen Ortschaften entstanden. Wunderschönes Waldglas wurde hier hergestellt.

 

 

1388 wurde Murrhardt württembergisch, das Kloster wurde im 16. Jh. reformiert. Der 30jährige Krieg ermöglichte für das Kloster nochmal ein kurzes Zeitfenster benediktinischer Tradition.

Spätgotische Madonna aus dem Teilort Fornsbach

Im heutigen Teilort Fornsbach steht die nach 1945 wieder aufgebaute St. Mauritiuskirche, einst Filialkirche der Murrhardter Pfarrei St.Maria. Die durch die Zeitläufte beschädigte Madonna stammt aus einem Flügelaltar und wurde durch einen Zufall vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg bewahrt.

Blick in die Vitrine mit Exponaten des 16.Jh.

Nach der Reformation wurden Stadt- und Klosterverwaltung zunehmend getrennt. Murrhardt behielt als Stadtwappen den Abtsstab, Das Kloster wechselte mehrfach das Amtswappen. Schriftliche Zeugnisse, wie das Bürgerrecht, die Metzelordung und das Steuerrecht der Stadt künden aus diesen Zeiten.

Die Reformation des Klosters Murrhardt verlief in Etappen unter dem Vogt Jakob Hofsess und seinem Sohn Abt Otto Leonhard Hofsess. Kurzzeitig existierten auch eine Klosterschule mit bedeutenden Theologen wie z.B. Valentin Cless. Die Abtei wurde zu einem evangelischen Klosteramt und Leitung eines Prälaten mit zwei Diakonen ( Stadtpfarrern). Ab 1628 setzte jedoch früh die Gegenreformation ein und die Benediktiner blieben bis 1648 im Kloster.

Blick in die Vitrine, Exponate der Gegenreformation und des Dreißigjährigen Krieges
Elfenbeinstatuette St.Walterich, Werkstatt Kern, um 1640.

Eine der bedeutendsten Persönlichkeiten dieser Zeit war der Prior Adam Adami - Diplomat bei den Friedensverhandlungen 1648 in Münster. Als späterer Bischof von Hildesheim hatte er seine Aufzeichnungen über den "westfälischen Frieden" veröffentlicht. Wichtige Abt der Gegenreformation wurde Emmerich Fünkler, an dessen Schicksal eine erhaltene Anklageschrift erinnert. Murrhardt wurde nach 1648 evangelische Abtei mit einem Prälaten - eine in Württemberg nicht unübliche Einrichtung.

Führungen zu den Kirchen und Kapellen, dem ehemaligen Kloster, dem geschnitzten Ölberg (Passionsretabel) und zur Stadtgeschichte bieten wir an. Besonders empfehlenswert sind die Erlebnisführungen. Regelmäßige Führungen und Veranstaltungen zu stadtgeschichtlichen Themen entnehmen Sie bitte dem Veranstaltungskalender.

Kontakt:

CARL-SCHWEIZER-MUSEUM
Seegasse 36
71540 Murrhardt
Telefon: 071925402 071925402
Fax: 07192936188
E-Mail-Adresse:

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Carl-Schweizer-Museum